Werte-Spiegel

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Ziel

Der Werte-Spiegel macht sichtbar, wo Selbst- und Fremdbild übereinstimmen und wo sie voneinander abweichen. Das Team erfährt, welche Werte bereits spürbar gelebt werden und wo gemeinsam noch Entwicklungspotenzial steckt. Das Spiel stärkt gegenseitiges Vertrauen und schafft die Grundlage für eine offene Wertekultur im Team.

Spielidee

In zwei Runden wird jeweils eine Person in den Mittelpunkt gestellt: zuerst bei einem Wert, den sie selbst als ihre Stärke sieht, dann bei einem Wert, mit dem sie sich schwertut. Das Team stimmt parallel ab, welchen Wert es der Person zuschreibt. Der Abgleich von Eigen- und Fremdbild öffnet den Raum für ehrliches, wertschätzendes Feedback.

Vorbereitung

  • Entnimm die Joker.
  • Jede teilnehmende Person erhält ein Werte-Set.
  • Wenn du weitere Werte hinzufügen möchtest, nutze gerne die kostenlose Druckvorlage.

Vorgehen

Runde 1: Ich lebe diesen Wert im Alltag

  1. Bitte alle Teilnehmenden, sich die Wertekarten anzuschauen und still für sich zu überlegen: Bei welchem Wert gelingt es mir im Alltag bereits sehr gut, ihn zu leben? Gib dafür etwa eine Minute Zeit. Bitte die Gruppe, diese Wahl zunächst für sich zu behalten.
  2. Bitte nun eine erste Person, in den Mittelpunkt zu treten. Bitte alle anderen gleichzeitig, aus ihrem Werte-Set die Karte herauszusuchen, von der sie überzeugt sind: Diesen Wert lebt diese Person im Alltag besonders gut. Gib dafür etwa eine Minute Zeit.
  3. Zeige das Ergebnis, das ist das Fremdbild. Bitte die Person im Mittelpunkt nun, ihr Geheimnis zu lüften und den Wert zu nennen, den sie selbst gewählt hat, das ist das Eigenbild.
  4. Stelle anschließend folgende Fragen in die Runde:
    • Was fällt auf? Wo stimmen Eigen- und Fremdbild überein, wo weichen sie ab?
    • Wie wird dieser Wert im täglichen Verhalten der Person sichtbar?
    • In welchen Situationen ist er besonders spürbar?
  5. Wiederhole diese Runde, bis alle Teilnehmenden einmal im Mittelpunkt waren.

Runde 2: Bei diesem Wert fällt es mir immer wieder schwer, ihn im Alltag zu leben

  1. Starte eine neue Runde nach dem gleichen Prinzip, aber mit einer veränderten Fragestellung: Bei welchem Wert fällt es mir immer wieder schwer, diesen im Alltag zu leben?
  2. Bitte die Person im Mittelpunkt wieder, ihre Wahl zunächst für sich zu behalten. Das Team stimmt parallel ab, bei welchem Wert es der Person die größte Herausforderung zuschreibt. Erst danach lüftet die Person ihr Geheimnis.
  3. Stelle anschließend folgende Fragen, wahlweise in der großen Runde oder in Paaren und Dreiergruppen:
    • Was müsste passieren, damit es leichter würde, diesen Wert zu leben, sodass es im Verhalten sichtbar wird?
    • Was bräuchte die Person dafür?
    • Wie kann das Team dabei unterstützen?

Hinweise für die Moderation

  • Weise zu Beginn ausdrücklich auf Feedback-Regeln hin, keine Rechtfertigungen, keine Bewertungen. Das Spiel lebt von Offenheit und gegenseitigem Vertrauen.
  • Die Visualisierung der Selbsteinschätzung aller Teilnehmenden auf einem gemeinsamen Board ist sehr empfehlenswert: Du erhältst damit einen wertvollen Gesamtüberblick, welche Werte bereits gut gelebt werden und wo das Team gemeinsam noch investieren möchte.
  • In Runde 2 bietet es sich an, den Austausch in Paaren oder Dreiergruppen stattfinden zu lassen. Das schafft mehr Schutzraum für ehrliche Antworten und ermöglicht tiefere Gespräche.
  • Stelle am Ende folgende Fragen in die Runde:
    • Was hat euch in dieser Runde am meisten überrascht?
    • Wo stimmen Eigen- und Fremdbild im Team besonders häufig überein?
    • Welche Werte brauchen als Team mehr Aufmerksamkeit?
    • Was nehmt ihr konkret mit in den Alltag?

Hinweise für die Moderation

  • Teamentwicklung, wenn das Team die eigene Wertekultur ehrlich reflektieren möchte
  • Retrospektiven, um Verhalten im letzten Sprint oder Quartal mit Werten zu verknüpfen
  • Führungskräfteentwicklung, wenn Selbst- und Fremdbild gezielt gespiegelt werden sollen

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